Fluthilfe in Malawi - Bericht unserer Freiwilligen

Am Montag, den 27. Mai, machte sich unser Team zum 2. Mal auf, zu einem Hilfseinsatz für Menschen, welche Opfer der Überschemmungen durch den tropischen Wirbelsturm „Zyklon Idai“ geworden sind. Morgens brachen wir in den von Blantyre etwa 3 Stunden entfernten Distrikt Phalombe auf, begleitet wurden wir von einem Lastwagen, der mit allerhand vorbereiteten Hilfsgütern beladen war. Bei unserer Ankunft vor Ort blickten wir in viele strahlende Gesichter, die uns dankbar anlächelten und einige Leute kamen extra auf uns zu, um unsere Hände zu schütteln und sich für unser Kommen zu bedanken. Eine Frau umarmte uns sogar, was uns sehr berührte. Viele von ihnen haben ihre Häuser verloren und hatten die letzten Wochen und Monate nicht mal genug Essen für sich und ihre Kinder. Die Verzweiflung war in vielen Gesichtern deutlich zu erkennen. Zunächst gab es vor der Kulisse des riesigen Bergmassivs im Hintergrund eine kurze Ansprache für die Leute, welche still dasaßen und zuhörten. Wir stellten uns kurz vor und erklärten den folgenden Ablauf der Verteilaktion. Die Aufregung und Vorfreude stieg zunehmend als wir begannen, den Laster abzuladen und alles in einer Art „Verteilstraße“ aufzustellen. Im Lastwagen waren Monatspakete aus Lebensmitteln für 100 Familien: Salz, Öl, Zucker, Sojafleisch, Bohnen und Säcke gefüllt mit 50kg Maismehl, für den traditionellen malawische Maisbrei „Nsima“. Ebenfalls hatten wir Wellblech und Zement zum Wiederaufbau von Häusern mitgebracht. In Gruppen von 5 Personen kamen die Leute vorbei und packten die Spenden dankbar in mitgebrachte Säcke, Kartons oder Stofftücher. Es war wirklich eine Freude zu sehen wie jeder Einzelne die Spenden dankbar und lächelnd entgegen nahm. Anschließend verteilten wir Frauen des Teams, etwas abseits der großen Menge (bzw. der Männer), an 25 schwangere Frauen Hygiene- und Geburtshelferpakete, die u.a. mit Seife, Tüchern und Binden gefüllt waren. Fast alle von ihnen hatten schon kleine Kinder auf den Rücken gebunden und es war so wichtig, ihnen die befüllten Plastikwannen zu geben. Dazu wurde ihnen erklärt, wie alles anzuwenden ist und als sie die mitgebrachten Tücher zum Umbinden, sogenannte „Chitenje“, sahen, fingen sie vor Freude an zu singen und zu tanzen. Interessiert lauschten sie den Erklärungen und jubelten dann jeder Frau, die ihre Wanne erhielt, glücklich zu.

Ganz besonders war für uns ein persönliches Gespräch mit Frau Khilijwi, die 57 Jahre alt ist und deren Gesicht vom Leben und der Trauer gezeichnet ist. Sie erzählte uns, dass sie 4 Kinder hatte, welche aber alle verstorben sind. Deswegen kümmert sie sich nun gemeinsam mit ihrem Mann um die 5 Enkelkinder. Zu 7. teilen sie sich ein kleines Haus, zu welchem wir sie nach dem Hilfseinsatz noch hinfuhren. Ihr Mann ist Pastor in einer kleinen Kirche, welche durch die Fluten vollkommen zusammengestürzt ist. Ihr größter Wunsch ist es, dass die Kirche eines Tages wieder aufgebaut werden kann. Sie erzählte uns auch von den täglichen Herausforderungen und von dem Schmerz, welchen sie oft in ihrem Herzen verspürt. Ganz besonders deswegen, weil sie in den letzten Monaten oft nicht einmal genug Essen für ihre Enkel hatte. Dennoch will sie die Hoffnung nicht aufgeben und wir sind sehr froh darüber, dass wir ihre Situation durch die Lebensmittelpakete etwas verbessern konnten.  

Der Einsatz war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis für uns und wir hoffen, dass wir den Menschen neue Hoffnung schenken konnten mit der Botschaft, dass nicht alles verloren ist und dass Gott sie nicht verlassen hat. Gott ist bei jedem Einzelnen von ihnen und hält seine schützenden Hände über sie, jeden Tag, bis in alle Ewigkeit, denn Er hat versprochen: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!" (Matthäus 28,20). Zum Abschluss möchten wir uns vor allem auch nochmal bei allen von ihnen bedanken, die für diesen Einsatz gespendet haben. Denn ohne die vielen, großzügigen Spenden wäre diese Notfallhilfe so nicht möglich gewesen. Vielen Dank und Gottes Segen!

Malin und Maria, FCM-Freiwillige in Malawi

Zurück

Nachrichten

Nachrichten von Renascer

Ausser den wöchentlichen Aktivitäten wurden im Projekt Renascer auch im vergangenen Monat wiede...

Weiterlesen …

PARA - Ein ereignisreicher August

Dieser Monat war voller besonderer Ereignisse für unsere Therapiegäste. PARA bekam Freikarten f...

Weiterlesen …

AMB - Mal ein anderes Treffen

Es ist uns allen bewusst wie wichtig es für einen jeden Menschen ist, mit anderen zusammen zu ko...

Weiterlesen …

31 Jahre AMB

Am Sonntag, den 25. August 2019, feierte die AMB (Associação Menonita Beneficente) ihren 31. Ge...

Weiterlesen …

Hausbrand in Brasilien

Am Samstag den 10.09.2019 ist um 02.30 Uhr bei der Feuerwehr ein Brand gemeldet worden. Ein Haus ...

Weiterlesen …

PARA - Fabian und Sandy

Wie schnell ein Jahr vorbei geht erleben wir immer wieder. Vor einem Jahr sind Fabian und Sandy a...

Weiterlesen …

AMB - Dankbarkeit

war das Thema, welches am 1. August mit den Kindern und Jugendlichen innerhalb ihres Treffens beh...

Weiterlesen …

PARA - Fußballturnier und Übernachtungsparty

Zum ersten Mal seit langem, gab es endlich mal wieder ein Fuβballturnier. Es traten zwei Mannsch...

Weiterlesen …

FCM - Die Geschichte von Renascer

Vor über 23 Jahren wurde die Idee von Renascer durch zwei junge Frauen „geboren“. Ziel war e...

Weiterlesen …