FCM - Freiwilligendienst in Frankenberg

Im Oktober zog ich in eine kleine Wohnung nach Frankenberg in Sachsen – ein eher ungewöhnlicher Aufenthaltsort, denn ich wollte eigentlich für ein Jahr einen Freiwilligendienst bei POCM in Subic machen. Leider hat sich dieser Plan aufgrund der Coronapandemie weiter nach hinten verschoben – die Philippinische Regierung stellte aufgrund der Pandemie die Ausstellung von Visa vorerst ein.

Wann eine Ausreise möglich sein würde, wusste keiner.

Ich wartete über ein Jahr – eigentlich hatte ich mich schon letztes Jahr für einen Freiwilligendienst beworben, doch der Jahrgang an Freiwilligen wurde aufgrund von COVID 19 komplett abgesagt – und zog zum 1. Oktober schließlich zum Sitz des FCM nach Frankenberg. Wie gesagt wusste keiner, wann eine Ausreise wieder möglich werden würde – also nahm ich das Angebot des FCM an, erst einmal vor Ort in Frankenberg bei verschiedenen Projekten, im Büro und bei anstehenden Tätigkeiten mitzuhelfen, um sozusagen sofort „auf Abruf“ bereit zu sein, sollte eine Ausreise nach POCM möglich werden. Seit Oktober arbeite ich also nun mit, vor allem bei einer wunderbaren Einrichtung die sich „Treffpunkt Lebenswert“ nennt und der Kleiderkammer hier vor Ort, sowie im Büro und überall, wo gerade Hilfe gebraucht wird. Und ich muss sagen, auch wenn eine Arbeit in Frankenberg nicht der ursprüngliche Plan meines Freiwilligendienstes war, hat Gott doch immer einen Plan für uns.

Der Treffpunkt „Lebenswert“ bei dem ich arbeite, ist eine Einrichtung des FCM hier in Frankenberg, die armen, bedürftigen und einsamen Menschen Frühstück und Mittagessen für je ein bis zwei Euro zur Verfügung stellt. Doch der eigentliche Schwerpunkt dabei ist nicht das Essen, sondern die Gemeinschaft. Jeden Montag, Dienstag und Donnerstag geben wir Mittagessen aus, jeden Mittwoch ein Frühstück, dabei wollen wir den Gästen durch schön hergerichtete Räume, ein gutes Essen, Gemeinschaft und Wertschätzung die Liebe Gottes weitergeben. Wie wertvoll diese Arbeit eigentlich ist, lässt sich von einer bloßen Beschreibung der Tätigkeiten kaum ableiten: Ich war erstaunt zu erfahren, wie viel man Menschen mit „einfacher Gemeinschaft“, einem Gespräch oder durch bloßes Zuhören helfen kann. Der Treffpunkt erreicht wirklich das Leben der Menschen in Frankenberg und ich habe inzwischen mehr als einmal gehört, wie sich die Gäste bedankten, dass es so etwas wie den Treffpunkt gibt. Dass es einen Ort gibt, an dem jemand mit einem redet, an den man gehen kann, wenn man sonst den ganzen Tag nur zu Hause sitzen und „die Wand anstarren“ würde. Dass es einen Ort gibt, den einige Gäste sogar als eine Art zu Hause betrachten, die anderen Gäste und Mitarbeiter als enge Freunde oder sogar als eine Art Familie sehen – wie viel so etwas erreicht und auf welche wunderbare Weise sich Gottes Liebe zeigt, muss man erleben.

Persönlich bin ich auch sehr gewachsen in dieser Zeit – ich habe viele Menschen kennen gelernt, Geschichten gehört und habe Gott immer besser kennen gelernt.

Als verschwendet würde ich meine Zeit in Frankenberg niemals betrachten.

Und dennoch möchte ich immer noch auf die Philippinen – das Lernen von Tagalog gehört inzwischen fest zu meiner Routine -, doch ich bin sicher, wenn es Gottes Wille ist, wird sich ein Weg finden.

Inzwischen ist es wieder möglich, vereinzelte Visa zu bekommen und im Januar startete der hoffnungsvolle Prozess der Beantragung eines Freiwilligenvisa für die Philippinen.

Ob dieses Visa ausgestellt und eine Ausreise bald möglich sein wird – es liegt in Gottes Hand.

Gerne dürft ihr dafür beten, dass ich bald nach POCM ausreisen darf. Aber bitte betet auch für die Leute hier vor Ort – für all die wunderbaren Menschen, die ich kennen lernen dufte und die hier ihre wertvolle und großartige Arbeit verrichten. Doch betet auch für die Kinder, ihre Familien und die Mitarbeiter auf den Philippinen, für die die Situation durch die Pandemie auch nicht einfacher geworden ist. Ich danke euch für euer Gebet und all eure großartige Unterstützung!

Der Herr segne euch! Viele Grüße,

Rebekka Bader

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